Auf der Flucht

Nach Einschätzung der UNO-Flüchtlingshilfe in ihrem aktuellen Jahresreport 2015 sind derzeit rund 65 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Davon sind rund 40,8 Mio. Flüchtlinge im eigenen Land, rund jeder Dritte flieht ins Ausland – die meisten von ihnen derzeit aus Syrien, aus Afghanistan und aus Somalia. Bis Ende des Jahres 2015 haben nach Einschätzung der UNO-Flüchtlingshilfe eine Million Syrer ihre Heimat verlassen.

 

Flüchtlinge kamen und kommen über das Mittelmeer

Laut UNHCR flohen mehr als eine Million Menschen 2015 über das Mittelmehr nach Europa. Mehr als 3.700 Menschen kamen bei der Überfahrt ums Leben oder werden vermisst. Noch 2014 wählten die meisten Flüchtlinge laut UNO die Route über Nordafrika nach Italien. Dieser Weg hatte 2015 an Bedeutung verloren.

 

Gewaltsamte Konflikte, Menschenrechtsverletzungen oder politische, ethnische und religiöse Verfolgung sind die Hauptgründe zur Flucht aus der Heimat, aber auch Naturkatastrophen lassen Menschen ihr Zuhause verlassen.

 

Flüchtlingsrouten

Auf dem Weg nach Deutschland wählten im letzten Jahr tausende Flüchtlinge die sogenannte Balkanroute über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich. Seit Spätsommer 2015 wurde diese Route zunehmend schwieriger, seit dem Frühjahr 2016 gilt die Route durch Grenzsicherungen als nahezu geschlossen. In Griechenland befinden sich derzeit ca. 55.000 Flüchtlinge, die auf eine Weiterreise nach Norden hoffen.

 

Die Mittelmeerroute ist derzeit eine Hauptroute – über 124.000 Flüchtlinge sind in diesem Jahr schon an den italienischen Küsten angelandet. Gleichzeitig kam es zu zahlreichen Bootsunglücken, der UNHCR geht von mehr als 2.500 Todesopfern im ersten Halbjahr 2016 aus. Wie viele Flüchtlinge monatlich über das Mittelmeer nach Europa kommen erfahren Sie anschaulich aufbereitet auf den Webseiten der UNHCR.

 

Die Situation in Hessen

Hessen hat von Januar bis Dezember 2015 knapp 80.000 Menschen aus Krisenregionen aufgenommen. Nach den hohen Zugangszahlen im Herbst und Winter 2015 sind die Zahlen seit Schließung der Balkanroute im Frühjahr deutlich zurückgegangen. In Hessen werden seit April diesen Jahres nur noch rund 1.200 bis 1.300 Flüchtlinge aufgenommen – bis zur Jahresmitte waren dies insgesamt nur noch rund 17.200 Menschen.

 

Die Unterbringungskapazitäten in der Erstaufnahme wurden im vergangenen Jahr rasch ausgebaut. Die Landesregierung hat auf die inzwischen zurückgegangenen Flüchtlingszahlen stets bedarfs- und kostenbewusst reagiert. Inzwischen kann die Zahl der Standorte der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen (HEAE) ein zweites Mal deutlich reduziert werden mit zukünftig noch 14.000 aktiven Plätzen und weiteren 6.000 in Reserve (siehe Pressemeldung vom 31.08.2016).

 

Zu den Hauptherkunftsländern der in Hessen aufgenommenen Menschen gehören derzeit Äthiopien, Eritrea, Afghanistan und Syrien. Informationen zu den Fluchtursachen in den Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge finden Sie beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

 

Einen regelmäßig aktualisierten Überblick zu den Flüchtlingszahlen in Hessen und weitere Informationen zu den Hauptherkunftsländern, den Rückführungen und anderen Zahlen finden Sie hier in diesem Webangebot.

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