Auf der Flucht

Nach Einschätzung der UNO-Flüchtlingshilfe waren 2016 weltweit rund 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr - vor zehn Jahren waren es rund 27,5 Millionen Menschen. Davon flohen rund 40,3 Mio. Flüchtlinge innerhalb des eigenen Landes. Rund jeder Dritte floh ins Ausland – die meisten von ihnen derzeit aus Syrien, Afghanistan, Südsudan und Somalia. Bis Ende des Jahres 2016 verließen nach Einschätzung der UNO-Flüchtlingshilfe 5,5 Millionen Syrer ihre Heimat. Rund die Hälfte der Flüchtlinge weltweit sind Kinder unter 18 Jahren.

Flüchtlinge kamen und kommen über das Mittelmeer

Laut UNHCR flohen 2015 mehr als eine Million Menschen, 2016 mehr als 360.000 und 2017 etwa 172.000 Menschen über das Mittelmehr nach Europa. Rund 12.000 Menschen kamen 2016 bei der Überfahrt ums Leben oder werden vermisst. Gewaltsamte Konflikte, Menschenrechtsverletzungen oder politische, ethnische und religiöse Verfolgung sind die Hauptgründe zur Flucht aus der Heimat, aber auch Naturkatastrophen lassen Menschen ihr Zuhause verlassen.

Flüchtlingsrouten

Auf dem Weg nach Deutschland wählten im ersten Halbjahr 2015 tausende Flüchtlinge die sogenannte Balkanroute über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich. Seit Spätsommer 2015 wurde diese Route zunehmend schwieriger, seit dem Frühjahr 2016 gilt die Route durch Grenzsicherungen als nahezu geschlossen.

Die Mittelmeerroute ist derzeit eine Hauptroute – über 32.00 Flüchtlinge sind in 2018 bis Ende Mai schon an den italienischen Küsten angelandet. Wie viele Flüchtlinge monatlich über das Mittelmeer nach Europa kommen, erfahren Sie anschaulich aufbereitet auf den Webseiten der UNHCR.

Die Situation in Hessen

Hessen hat in den Jahren 2015 bis 2017 rund 105.000 Menschen aus Krisenregionen aufgenommen. Nach den hohen Zugangszahlen im Herbst und Winter 2015 sind die Zahlen seit Schließung der Balkanroute im Frühjahr deutlich zurückgegangen. Derzeit werden in Hessen noch rund 1.000 Flüchtlinge pro Monat aufgenommen.

Die Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge in der Erstaufnahme wurden 2015 rasch ausgebaut. Die Landesregierung hat auf die nunmehr deutlich zurückgegangenen Flüchtlingszahlen stets bedarfs- und kostenbewusst reagiert. Inzwischen konnte die Zahl der Standorte der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen (HEAE) erneut reduziert werden mit zukünftig noch 8 aktiven Standorten mit insgesamt 9.440 Belegungsplätzen, von denen 3.050 Aktivreserve sind und vier Passivstandorte mit ca. 2.340 Plätzen (siehe Pressemeldung vom 27.11.2017).

Zu den Hauptherkunftsländern der in Hessen bis Ende April 2018 aufgenommenen Menschen gehören derzeit Syrien, Eritrea, der Iran, Afghanistan, die Türkei und Syrien. Informationen zu den Fluchtursachen in den Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge finden Sie beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Einen regelmäßig aktualisierten Überblick zu den Flüchtlingszahlen in Hessen und weitere Informationen zu den Hauptherkunftsländern, den Rückführungen und anderen Zahlen finden Sie hier in diesem Webangebot.

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