Auf der Flucht

Nach Einschätzung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) waren Ende 2017 weltweit rund 68,4 Millionen Menschen auf der Flucht, rund 3 Millionen mehr als ein Jahr zuvor - vor zehn Jahren waren es rund 37,5 Millionen Menschen. Hauptursache für den Anstieg waren die Krisen im Südsudan, in der Demokratischen Republik Kongo und die Flucht von über 670.000 Rohingya aus Myanmar nach Bangladesch. Zwei Drittel der Flüchtlinge kommen nur aus fünf Ländern: Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia. 

Die Zahl der Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes geflohen sind, liegt bei 40 Millionen. Syrien, Irak und weiterhin Kolumbien stehen an der Spitze jener Staaten, die von Binnenflucht und –vertreibung betroffen sind.

Flüchtlinge kamen und kommen über das Mittelmeer

Laut UNHCR flohen 2015 mehr als eine Million Menschen, 2016 mehr als 360.000 und 2017 etwa 172.000 Menschen über das Mittelmehr nach Europa. Rund 12.000 Menschen kamen 2016 bei der Überfahrt ums Leben oder werden vermisst. Gewaltsamte Konflikte, Menschenrechtsverletzungen oder politische, ethnische und religiöse Verfolgung sind die Hauptgründe zur Flucht aus der Heimat, aber auch Naturkatastrophen lassen Menschen ihr Zuhause verlassen.

Die Mittelmeerroute ist derzeit eine Hauptroute. Wie viele Flüchtlinge monatlich über das Mittelmeer nach Europa kommen, erfahren Sie anschaulich aufbereitet auf den Webseiten der UNHCR.

Die Situation in Hessen

Hessen hat in den Jahren 2015 bis 2018 rund 115.000 Menschen aus Krisenregionen aufgenommen. Nach den hohen Zugangszahlen im Herbst und Winter 2015 sind die Zahlen seit Schließung der Balkanroute im Frühjahr deutlich zurückgegangen. 2018 wurden in Hessen noch durchschnittlich 900 Flüchtlinge pro Monat aufgenommen.

Die Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge in der Erstaufnahme wurden 2015 rasch ausgebaut. Die Landesregierung hat auf die nunmehr deutlich zurückgegangenen Flüchtlingszahlen stets bedarfs- und kostenbewusst reagiert. Inzwischen konnte die Zahl der Standorte der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen (HEAE) erneut reduziert werden mit zukünftig noch fünf aktiven Standorten mit insgesamt 6.480 Belegungsplätzen und drei Passivstandorte mit ca. 2.590 Plätzen (siehe Pressemeldung vom 11.06.2018).

Die in Hessen in 2018 aufgenommenen Menschen kamen vor allem aus Syrien, der Türkei, dem Iran, Afghanistan, Eritrea, Somalia und dem Irak. Informationen zu den Fluchtursachen in den Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge finden Sie beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Einen regelmäßig aktualisierten Überblick zu den Flüchtlingszahlen in Hessen und weitere Informationen zu den Hauptherkunftsländern, den Rückführungen und anderen Zahlen finden Sie hier in diesem Webangebot.

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