Ein Jahr „Schulischer Integrationsplan“

Ein Jahr „Schulischer Integrationsplan“ – Anlass für Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz bei einem Besuch der Ernst-Reuter-Schule in Offenbach ein positives Zwischenresümee zu ziehen.

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  Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz bei einem Besuch der Ernst-Reuter-Schule in Offenbach.
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz bei einem Besuch der Ernst-Reuter-Schule in Offenbach.

„Hessens Schulen sind bei der Integration der vielen aus Intensivsprachfördermaßnahmen in das Regelschulsystem gewechselten Schülerinnen und Schüler auf einem guten Weg. Für uns ist es selbstverständlich, allen Kindern und Jugendlichen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, in unserem Bildungssystem die besten Startchancen gemäß ihren Begabungen zu ermöglichen und damit einen wesentlichen Beitrag zu einer gelingenden gesellschaftlichen Integration zu leisten. Die Ernst-Reuter-Schule hier in Offenbach steht einerseits beispielhaft für die große Herausforderung der Integrationsaufgabe, die aus dem stetig steigenden Migrationsanteil bei jüngeren Schülerinnen und Schülern resultiert, und anderseits für die beeindruckende Arbeit, die unsere Schulen in Hessen geleistet haben“, erklärte Lorz. So sind allein seit dem Jahr 2015 bereits mehr als 21.000 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger in den regulären Schulunterricht gewechselt, davon alleine zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 rund 9.000. Zum Halbjahreswechsel vor wenigen Wochen sind nochmals rund 3.500 übergegangen. „Besonders stolz sind wir darauf, dass nur 220 von 9.000 in einer Förderschule unterrichtet werden“, ergänzte Lorz.


Insgesamt sind seit Beginn der Legislaturperiode im Jahr 2014 mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen im Rahmen einer Intensivsprachförderung in hessischen Schulen gefördert worden. Für die Sprachförderung, einschließlich auch der wichtigen Anschlussförderung in den Deutschförderkursen, stehen dafür landesweit bis zu 2.500 Stellen im Rahmen des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts zur Verfügung. Dafür wurden bislang über 4.300 Lehrkräfte im Rahmen einer Basisqualifikation für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und über 500 Lehrkräfte durch ein berufsbegleitendes Studium fort- bzw. weitergebildet.


Über 1.500 Schulen haben bereits vom Integrationsindex profitiert
Als wichtiges Unterstützungsinstrument für den Übergang in den regulären Schulunterricht wurde im Februar 2017 der „Schulische Integrationsplan“ ins Leben gerufen. „Nicht umsonst trägt dieser den Untertitel ‚Integration gemeinsam meistern – Zusammenhalt stärken‘“, berichtete Lorz. Der „Schulische Integrationsplan“ geht auf Anregungen des im Juli 2016 eingerichteten „Praxisbeirats zur Flüchtlingsbeschulung“ zurück, der einen überregionalen Austausch von Schulen und Bildungsverwaltung ermöglicht. Der Integrationsplan basiert auf drei Unterstützungsmaßnahmen:

  • einer gezielteren Steuerung und Verteilung der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger zusammen mit der Stärkung der Rolle der Schulleitung
  • einer Verbesserung der Ressourcenausstattung der Schulen und
  • einem umfangreichen Fortbildungs- und Beratungsprogramm

Die Ressourcenausstattung wird durch die Schaffung eines Integrationsindex als zusätzliche Säule zum bewährten Sozialindex verbessert. „Hiervon haben in einem Jahr bereits über 1.500 Schulen in Hessen profitiert – eine beeindruckende Zahl“, erklärte der Kultusminister.
Im Laufe des Jahres hat sich der „Schulische Integrationsplan“ auf Anregungen des regelmäßig tagenden Praxisbeirats bereits stetig weiterentwickelt. So ist auf seinen Vorschlag hin die Klassenhöchstgrenze bei Alphabetisierungskursen an allgemeinbildenden Schulen auf 12 Schülerinnen und Schüler gesenkt worden. Des Weiteren wurden die Aufnahme- und Beratungszentren der Staatlichen Schulämter im Schuljahr 2017/18 mit 47 Stellen personell gestärkt, im schulpsychologischen Schwerpunkt „Migration und Flüchtlingsberatung“ wurden insgesamt 17 Stellen geschaffen.


Übergang aus Intensivklassen nur bei ausreichenden Deutschkenntnissen
„Der vollständige Übergang aus den Intensivklassen ist ein höchst individueller Prozess, der für jeden Seiteneinsteiger aufgrund seiner jeweiligen Begabungen zeitlich unterschiedlich erfolgen kann. In Hessen gilt daher das Prinzip, dass jeder in der Regelklasse erfolgreich mitarbeiten können muss und eine Anschlussförderung in den Deutschförderkursen ausreichend ist. Deswegen ermöglichen wir so lange eine Sprachförderung in einer Intensivklasse, bis ausreichend Sprachkenntnisse vorhanden sind, um dem regulären Schulunterricht folgen zu können. Sollte eine längere Sprachförderung, die in der Regel mindestens zwei Jahre dauert, notwendig sein, werden die Schulpsychologie und die regionalen Beratungs- und Förderzentren einbezogen.“

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