„Integration verlangt Offenheit auf beiden Seiten“

Al-Wazir trifft Teilnehmer von „Wirtschaft Integriert“

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Minister Al-Wazir bei einem Gespräch mit Teilnehmern des Programms in Wiesbaden.
Al-Wazir trifft Teilnehmer von „Wirtschaft Integriert“.

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat auf die Erfolge des Landes bei der Integration von Flüchtlingen hingewiesen: „Hessen hat mit dem Programm „Wirtschaft Integriert“ eine im Ländervergleich einzigartige Initiative gestartet“, sagte der Minister am Montag bei einem Gespräch mit Teilnehmern des Programms in Wiesbaden. „Die Zuwanderer müssen sich dabei, alleine durch den nötigen Spracherwerb, besonders anstrengen. Aber Integration verlangt Offenheit auf beiden Seiten – gelingt sie, werden auch beide Seiten davon profitieren.“

„Wirtschaft Integriert“ wendet sich an Frauen und Männer unter 27 Jahren, die nur Grundkenntnisse in Deutsch haben und deshalb eine Ausbildung nicht ohne Hilfe bewältigen können. Teilnehmen können schon länger hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund, anerkannte Flüchtlinge, Asylbewerber mit Bleibeperspektive sowie geduldete junge Menschen ohne Arbeitsverbot.

Gemeinsame Erfahrungen durch Begegnung

Wichtigstes Merkmal ist die durchgehende Förderkette. Teilnehmer beginnen mit einer Berufsorientierung. Wer von dort nicht gleich in eine Ausbildung kann und mehr Vorbereitung benötigt, kann als Einstiegsqualifizierung ein sechs bis zwölf Monate dauerndes Praktikum im späteren Ausbildungsberuf leisten. Parallel erhalten die Teilnehmer Sprach- und Stützunterricht sowie sozialpädagogische Begleitung, die sich während der Ausbildung fortsetzt.

Im Rahmen dieses Begleitprogramms trafen sich am Montag in Wiesbaden Teilnehmende von Wirtschaft integriert mit jungen, in Deutschland aufgewachsenen Leuten aus einer Berufsvorbereitungsmaßnahme des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft. Die Begegnung sollte gemeinsame Erfahrungen ermöglichen. Der Besuch des Ministers war Teil der Zukunftswoche Gesellschaftlicher Zusammenhalt der Landesregierung.

„Wir können jede Hand gebrauchen, die hier anpacken will.“

Sozialer Zusammenhalt sei auch eine Frage individueller Perspektiven, sagte Al-Wazir: „Mir ist wichtig, dass wir alle, woher wir auch immer kommen, gern in Hessen zusammenleben. Das klappt besser, wenn jeder sich eine Zukunft vorstellen kann, die Mitmenschen anderer Herkunft nicht ausschließt. Sprachliche Defizite finden wir leider auch bei manchen in Deutschland aufgewachsenen jungen Leuten. Auch ihnen bietet „Wirtschaft Integriert“ Hilfe an.“
Von den rund 1700 Teilnehmern der Orientierungsphase ist bislang jeder dritte in die Einstiegsqualifizierung oder gleich in eine Ausbildung gewechselt. „Davon profitiert Hessen unmittelbar“, sagte Al-Wazir. „Der Fachkräftemangel entwickelt sich immer mehr zum Wachstumshemmer. Wir können jede Hand gebrauchen, die hier anpacken will.“

Hintergrund

Die Landesregierung stellt für „Wirtschaft Integriert“ elf Mio. Euro pro Jahr bereit. Projektpartner sind die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, der Hessische Handwerkstag, die Arbeitsgemeinschaft der hessischen Industrie- und Handelskammern und das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft. Der Minister danke ihnen für ihr großes Engagement: „Das Programm wird gut nachgefragt und funktioniert. Aber wir wissen auch, dass die Integration ein Marathonlauf ist. Unsere gute Zwischenzeit spornt uns weiter an.“

Die Landesregierung setzt sich an vielen Stellen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. „Das reicht von zusätzlichen Lehrerstellen bis zum sozialen Wohnungsbau“, sagte Al-Wazir. „Das kommt allen Hessinnen und Hessen zugute, ob sie nun neu ins Land gekommen oder schon lange hier ansässig sind.“

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