Flüchtlinge für bürgerschaftliches Engagement gewinnen

Positive Bilanz des Modellprojekts der Hessischen Landesregierung

Ist freiwilliges Engagement ein Baustein zur Integration geflüchteter Menschen und wenn ja, welche Voraussetzung braucht es zum Erfolg? Dieser Frage sind die hessischen Kommunen Roßdorf, Bad Sooden-Allendorf, Diemelstadt, Bürstadt, Eschborn, Gießen, Gudensberg, Mörfelden-Walldorf und Schöneck seit Januar dieses Jahres mit unterschiedlichen Konzepten nachgegangen. „Unser Modellprojekt ‚Flüchtlinge für bürgerschaftliches Engagement gewinnen‘ hat wertvolle Erfahrungen geliefert. Ziel war es, neu Zugewanderte zu animieren, sich ehrenamtlich in die örtliche Gemeinschaft einzubringen. Alle lokalen Projekte zeigen, dass Geflüchtete gerne aktiv werden, um mit ehrenamtlicher Arbeit einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten“, resümierte der Flüchtlingskoordinator der Hessischen Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer. Das von der Landesregierung geförderte Projekt ist heute mit einer Messe und dem Austausch von Erfahrungen von Beteiligten und Interessierten aus anderen Kommunen in der Landesehrenamtsagentur in Frankfurt zu Ende gegangen.

Impulse für weitere Kommunen in Hessen geben

Wichtig für den Erfolg seien verlässliche Partner vor Ort. „Ohne engagierte Menschen in den Kommunen, die sich in den jeweiligen Strukturen auskennen und die bereit sind, die Geflüchteten bei ihren ersten Gehversuchen als Ehrenamtliche zu unterstützen, funktioniert es nicht“, sagte Wintermeyer. Er wünsche sich, dass vom Modellprojekt Impulse für weitere Kommunen in Hessen ausgehen und noch mehr Konzepte entstehen, wie sich Flüchtlinge für bürgerschaftliches Engagement begeistern lassen.

Die Ideen reichten vom Einkaufsservice für Senioren (Bürstadt) über verschiedene Gartenprojekte (Mörfelden-Walldorf, Roßdorf), Nähstuben und Repair-Cafés (Diemelstadt, Roßdorf) bis zur Nachbarschaftshilfe (Bad Sooden-Allendorf), von Geflüchteten betriebenen Cafés (Gudensberg) und der Beteiligung Geflüchteter am Suppenfest (Schöneck). In Eschborn kam die Idee des dortigen Integrationsbeauftragten, geflüchtete Menschen in die laufenden Aktivitäten der örtlichen Vereine aufzunehmen, überraschend gut an. Ein besonderes Projekt hat die Universitätsstadt Gießen mit der studentischen „Free School“ entwickelt. Hier sind Geflüchtete ehrenamtlich als Kursleiter tätig.

Kulturelle Unterschiede überbrücken

„Das Modellprojekt hat gezeigt, dass es weiterer Aufklärung über die Hintergründe und Traditionen rund um das bürgerschaftliche Engagement bedarf, um kulturelle Unterschiede zu überbrücken“, stellte der hessische Flüchtlingskoordinator fest und verwies auf eine derzeit laufende Befragung zum Ehrenamt im Kulturvergleich, die ebenfalls Eingang in die Abschlussdokumentation finden wird. Weiter habe sich gezeigt, dass manchmal ein längerer Atem erforderlich sei, um die einheimische Bevölkerung zu gewinnen. „Und wir haben gelernt, dass Begegnungsmöglichkeiten wie Cafés oder auch die gemeinsame Gartenarbeit hervorragend geeignet sind, um Einheimische und Geflüchtete zusammenzubringen und das gegenseitige Kennenlernen zu erleichtern.“

Alle Beispiele aus dem Modellprojekt sind auf dem Portal für bürgerschaftliches Engagement der Hessischen Landesregierung dokumentiert. Anfang nächsten Jahres erscheint eine ausführliche Abschlussdokumentation. 

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