Integration vor Ort gestalten – Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Unter dem Titel „Integration vor Ort gestalten – Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken“ findet am 27. und 28. August 2018 in Kassel die Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen statt.

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Gemeinschaft

Staatsministerin Widmann-Mauz über das Fachkräfteeinwanderungsgesetz:

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, erklärte zum Auftakt der Konferenz: „Es ist gut, dass sich Deutschland mit einem Fachkräfteeinwanderungsgesetz dazu bekennt, ein Einwanderungsland zu sein. Umso wichtiger ist es, jetzt gemeinsam neue Impulse in der Integrationspolitik zu setzen. Wir müssen diejenigen stärken, die unser Land stark machen und dafür sorgen, dass alle Menschen in unserem Land ihre Potenziale voll einbringen können. Nötig ist, die Fachkräfteeinwanderung positiv zu gestalten, die Qualität der Integrationskurse nachhaltig zu verbessern und die Integration in Bildung und Arbeit weiter voranzutreiben. Integration findet vor Ort statt. Deshalb freue ich mich auf den engen Austausch mit den Integrationsbeauftragten aus den Kommunen und Ländern.“

Sozialminister Grüttner zur Sprach- und Wertevermittlung:

Stefan Grüttner, Hessischer Minister für Soziales und Integration, sagte: „Wir beginnen in Hessen aus gutem Grund bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen mit Sprach- und Wertevermittlung. Sprache ist der Schlüssel zu beruflichem Erfolg und zu echter Integration. Denn Integration ist eine Medaille mit zwei Seiten. Die Aufnahmegesellschaft ist aufgefordert, mitzutun, die Menschen, die zu uns kommen, gut aufzunehmen. Diejenigen, die zu uns kommen, sind umgekehrt gefordert, unsere Sprache zu erlernen und unsere Werte zu akzeptieren. Das ist in Hessen auch im Krisenjahr 2015 und danach sehr gut gelungen. Darauf bauen wir weiter auf; bspw. mit den Deutschkursen Deutsch4 You. Ganz aktuell haben wir im Rahmen von Pflege integriert, die Möglichkeit eröffnet, dass Flüchtlinge die Ausbildung zum Altenpfleger/in auch ohne Hauptschulabschluss beginnen können und diesen dann im Laufe der Ausbildung parallel nachholen. Sozialwirtschaft integriert ermöglicht Menschen mit Migrationshintergrund in Hessen, insbesondere auch Flüchtlingen, die Chance, eine Ausbildung im Bereich der Sozialwirtschaft erfolgreich zu absolvieren und anschließend als Fachkraft tätig zu werden.“ 

Justizministerin Kühne-Hörmann über Rechtsstaatsklassen:

Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin der Justiz, betonte: „Wertevermittlung ist eine der wesentlichen Grundlagen für eine erfolgreiche Integration. Als die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 immer größere Dimensionen annahm, haben sich viele Menschen in Deutschland darüber Gedanken gemacht, ob ein Zusammenleben mit den Geflüchteten, die aus vielen verschiedenen Kulturkreisen zu uns gekommen sind, auf Dauer ohne Konflikte funktionieren kann. Wir haben dann Dank der großartigen Unterstützung vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Justiz in Hessen das Programm „Fit für den Rechtsstaat – Fit für Hessen!“ aufgelegt und die Aufgabe übernommen, Grundwerte unserer Demokratie und unseres Rechtsstaats zu vermitteln und somit auch Starthilfe in den Rechtsstaat zu geben. Damit waren wir bundesweit eines der ersten Länder, die ein solches Programm aufgelegt haben. Seit Mai 2016 werden die Rechtsstaatsklassen flächendeckend in Hessen angeboten. Seitdem konnten wir etwa 15.000 Flüchtlinge in unseren Rechtsstaatsklassen begrüßen. Neben der Sprache ist die Akzeptanz unseres Rechtssystems die fundamentale Grundlage für ein friedliches Zusammenleben. Wir müssen als Aufnahmegesellschaft aber auch klarmachen, dass Demokratie und Rechtsstaat keine bloßen Zusatzangebote zur Sicherheit sind, die man akzeptieren kann oder nicht. Wer dauerhaft in Deutschland leben will, muss unser Werte- und Rechtssystem anerkennen, besser noch verinnerlichen.“

Kassels Oberbürgermeister Geselle zur Heimat:

Christian Geselle, Oberbürgermeister der Stadt Kassel, erklärte: „Heimat, Identität und Identifikation – diese Begriffe sind in den vergangenen Jahren in den Fokus der gesellschaftlichen Diskussion gelangt. Auch unsere Stadt ist Heimat und für alle hier lebenden Menschen ein Zuhause. Wichtige Bedingungen dafür sind ein friedliches Zusammenleben sowie gute Chancen sozialer und wirtschaftlicher Teilhabe für alle Menschen. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Kassel steht wirtschaftlich immer besser da, die Arbeitslosigkeit ist bemerkenswert zurückgegangen. Das erhöht die Chancen auch für viele Menschen mit Migrationshintergrund, am ersten Arbeitsmarkt teilnehmen zu können.“

Hintergrund

Die Bundeskonferenz ist das größte, jährliche Treffen der Integrationsbeauftragten aus Bund, Ländern und Kommunen. Sie findet auf Einladung der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt. 2018 richtet die Beauftragte der Bundesregierung dir Bundeskonferenz gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und der Stadt Kassel aus. In diesem Jahr tauschen sich die Teilnehmenden in zwölf thematischen Foren über landespolitische Strategien und kommunale Initiativen der Integrationspolitik mit dem Ziel aus, von Erfahrungen anderer Städte und Gemeinden zu lernen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Kontakt Pressevertreter
Pressesprecherin: Esther Walter
Telefon: +49 611 817 3408
Fax: +49 611 8908 4666
E-Mail: esther.walter@hsm.hessen.de

Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Dostojewskistraße 4
65187 Wiesbaden

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