Integrationsverträge vorgestellt

Staatssekretär Kai Klose: „Integration funktioniert Hand in Hand und sie braucht Bündnisse – Vorstellung der ersten Integrationsverträge.“

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Zusammenhalt

„Ich freue mich, dass wir heute auf der sechsten Integrationskonferenz bereits die ersten Integrationsverträge präsentieren können, die direkte Ergebnisse des Hessischen Integrationsplans sind“, so der Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Kai Klose, im Café Anschluss in Frankfurt. Dort wurden u.a. die ersten beiden Hessischen Integrationsverträge vorgestellt. Auch die Mitglieder des Integrationsbeirates haben erneut an der Konferenz teilgenommen.

Bei den beiden ersten Integrationsverträgen handelt es sich um Kooperationen mit dem Hessischen Jugendring (HJR) und der Bildungsstätte Anne Frank (BAF).

Identität, Zugehörigkeit und vielfältige Gesellschaft

Die in beiden Integrationsverträgen verankerten übergeordneten Themen Identität, Zugehörigkeit und vielfältige Gesellschaft wurden im Vortrag der Politologin und hr2-Redakteurin Hadija Haruna-Oelker u. a. unter der Fragestellung „Wer ist Deutsch? Wie sieht Deutschsein eigentlich aus?“ eingehend beleuchtet und von den Teilnehmenden der sechsten Integrationskonferenz mit großem Interesse diskutiert. Anschließend präsentierte Herr Mario Machalett, Vorstand des HJR, die Inhalte des Integrationsvertrags mit dem HJR zum Aufbau einer Landesfachstelle „Integration in der Jugendarbeit“, und vier junge Erwachsene berichteten über ihre biografischen Erfahrungen als Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte. Die Landesfachstelle greift diese Erfahrungen auf und bindet sie konstruktiv in die Verbandsarbeit ein. „Die jungen ehrenamtlich Engagierten mit Zuwanderungsgeschichte haben heute in ihren Wortbeiträgen deutlich gemacht, dass sie sich für eine inklusive Gesellschaft einsetzen und Veränderungsprozesse mit anstoßen. Dass die Landesregierung dieses Engagement fördert und sie damit stärkere Anerkennung erfahren, bewertet der Hessische Jugendring als positives und wichtiges Signal. Damit wird eindrucksvoll gezeigt, dass alle die in Hessen leben, sich einbringen und verwirklichen können. Mit der Landesfachstelle können wir konkrete Unterstützung und Beratung für die Selbstorganisationen junger Menschen anbieten“, führt Machalett aus.

„Antisemitismus und Rassismus sind nicht nur in Chemnitz und Köthen sondern auch in Hessen für viele Menschen Alltag und Normalität“, sagt Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, die als landesweites Zentrum für politische Bildung und Beratung mit Standorten in Frankfurt/Main (Zentrale) und Kassel in ganz Hessen vertreten ist. Vor dem Hintergrund des erstarkenden Rechtspopulismus der jüngeren Zeit habe das Sicherheitsgefühl von Menschen, die in Hessen einer Minderheit angehören, noch einmal deutlich gelitten. Zugleich seien für viele Angehörige der Mehrheitsgesellschaft die Ausmaße der Anfeindungen nur schwer greifbar, viele fühlten sich selbst verunsichert durch die Herausforderungen der vielfältigen und interkulturellen Gesellschaft.

Integrationsvertrag mit der Bildungsstätte Anne Frank (BAF)

Der Integrationsvertrag mit der BAF widmet sich daher dem Thema „Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in der Migrationsgesellschaft“. Dabei geht es darum, durch Bildungs- und Beratungsarbeit Jugendliche und Erwachsene aufzuklären und zu sensibilisieren, um Ausgrenzung und Diskriminierung von Minderheiten, insbesondere jüdischen Hessinnen und Hessen, zu verhindern. Saba-Nur Cheema, Pädagogische Leiterin der BAF, stellte in ihrer Präsentation mit Fallbeispielen die hohe Brisanz dieser Thematik einerseits und die Projektarbeit der BAF im Rahmen des Integrationsvertrags andererseits dar. Die Bildungsstätte Anne Frank entwickelt innovative Konzepte und Methoden, um Jugendliche und Erwachsene für die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken. „Es ist wichtig, dass die Politik deutliche Signale sendet. Das HMSI geht mit der engen Kooperation mit der Zivilgesellschaft einen wichtigen Schritt, da es zum einen die Ausgrenzungserfahrungen von muslimischen Jugendlichen berücksichtigt und gleichzeitig deren antisemitische Vorurteile, die mit einer sogenannten Israelkritik vermischt werden, aufgreift“, sagt Saba-Nur Cheema, Leiterin der Pädagogischen Programme der Bildungsstätte Anne Frank.

Von der Arbeit der Bildungsstätte konnten sich die Teilnehmenden nach Abschluss der sechsten Integrationskonferenz durch einen Besuch im interaktiven Lernlabor selbst überzeugen. 

„Wir haben mit dem Hessischen Integrationsplan und seiner Weiterentwicklung durch die Integrationsverträge den richtigen Weg eingeschlagen und wollen ihn fortsetzen. Für ein Fortschreiten hin zu einer demokratischen und pluralistischen Migrationsgesellschaft werde ich mich mit unseren Partnern weiterhin hessenweit einsetzen. Hand in Hand, zuverlässig und partnerschaftlich“, sagte Klose abschließend zu.

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