Modellvorhaben „Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum“ erfolgreich beendet

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Abschlussveranstaltung des Modellvorhabens der Hessischen Staatskanzlei zur „Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum“ in Neustadt

Mit einer Abschlussveranstaltung aller beteiligten sieben hessischen Kommunen ist das Modellvorhaben der Hessischen Staatskanzlei zur „Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum“ heute in Neustadt erfolgreich zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt der mit insgesamt 300.000 Euro dotierten Initiative stand die Förderung kleiner, ländlicher Kommunen, die in der Zuwanderung eine Chance sehen, den Folgen des demografischen Wandels zu begegnen.

Staatsminister Wintermeyer: „Alle Seiten haben profitiert“

„Sieben hessische Städte und Gemeinden aus sieben verschiedenen Landkreisen haben in den vergangenen zwei Jahren in ihren innovativen Projekten gezeigt, wie sie eine langfristige Bindung von Flüchtlingen an ihren Ort sicherstellen. Ob mit Patenschaften, Sprach- und Bildungskursen oder einem eigenen Gründungszentrum wurden die Flüchtlinge in die dörfliche Gemeinschaft integriert. Die Projekte stehen beispielhaft für die Idee, dem demografischen Wandel mit der Integration von Zuwanderern zu begegnen. Von diesem Modellvorhaben profitieren im Endeffekt viele: die Gemeinden, die Ortsgemeinschaften und die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive. Mit der Förderung des Landes haben wir dazu die notwendige Starthilfe und Betreuung gegeben und hoffen, dass diese Beispiele Nachahmer finden“, erläuterte der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, der zugleich auch Demografiebeauftragter und Flüchtlingskoordinator der Hessischen Landesregierung ist.

Abschluss-Präsentation auf dem Ideen-Marktplatz

Bei der Abschlussveranstaltung präsentierten die Modellkommunen ihre Arbeit auf einem sogenannten Ideen-Marktplatz, zudem zogen die Bürgermeister der sieben ausgewählten Modellkommunen Bilanz. Zur Teilnahme am Modellvorhaben waren Kommunen im ländlichen Raum mit einer Größe von 5.000 bis 10.000 Einwohnern aufgerufen, die vor Herausforderungen des demografischen Wandels stehen. Die Gemeinde Aarbergen aus dem Rheingau-Taunus-Kreis beteiligte sich mit dem Projekt „Vielfalt leben in Aarbergen“ am Modellvorhaben. Der Fokus lag besonders auf Sprach- und Bildungskursen und der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. Die „Flüchtlingshilfe Alheim“ aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg engagierte sich besonders über individuelle Patenschaften, die als Vermittler und Ansprechpartner der Flüchtlinge agierten. Die Stadt Bad Sooden-Allendorf aus dem Werra-Meißner-Kreis vernetzte alle für eine gelingende Integration notwendigen Vereine, Akteure und Einrichtungen. Mit einer umfangreichen Förderung von Sprache, Bildung und Kultur ist die Integration vor Ort gelungen.

Auch die Stadt Diemelstadt aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg hat mit einer „Zukunftswerkstatt 2.0“ am Modellvorhaben teilgenommen. In ihr hat die Bürgerschaft gemeinsam ein Leitbild erarbeitet, wie mit Zuwanderung dem demografischen Wandel begegnet werden kann. Unter dem Titel „Angekommen“ hat die Stadt Laubach aus dem Landkreis Gießen die Standortvorteile des ländlichen Raumes für den Zuzug von Zuwanderern verdeutlicht. Die interkulturelle Kompetenz wird schon in den Kindertagesstätten und Schulen der Gemeinde Mengerskirchen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg gelehrt und erleichtert die Eingliederung der asylsuchenden Kinder und Jugendlichen. Mit Praktika haben unbegleitete minderjährige Flüchtlinge den Arbeitsalltag kennengelernt. Die Stadt Neustadt aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf hat ein eigenes Gründungszentrum in einem leerstehenden Ladenlokal geschaffen, das als Ort der Begegnung für Einheimische und Zugewanderte dient.

Integration von Flüchtlingen stärkt ländlichen Raum

„Viele ländliche Regionen haben mit einem Rückgang der Einwohnerzahlen zu kämpfen. Flüchtlinge mit dauerhaftem Bleiberecht können durchaus einen Beitrag leisten, um die daraus resultierenden Probleme wie leerstehenden Wohnraum, die Schließung von Schulen oder die Verschlechterung des öffentlichen Personennahverkehrs, abzumildern. Mit dem Modellvorhaben haben sieben Kommunen bewiesen, wie aus dieser Idee Wirklichkeit werden kann“, so Staatsminister Wintermeyer.

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