Sprachförderung in öffentlich-privater Partnerschaft im hessischen Schulsystem

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„Hessen leuchtet in Berlin“

„Lesen und Schreiben sind Schlüsselkompetenzen, die für die gesellschaftliche Integration und Teilhabe junger Flüchtlinge und Zuwanderer von großer Bedeutung sind“, sagte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz am gestrigen Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hessen leuchtet in Berlin“ in der Hessischen Landesvertretung. Unter dem Motto „Deutsch für den Bildungsaufstieg: Sprachförderung in öffentlich-privater Partnerschaft“ stellte Lorz gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main sowie der Stiftung Lesen aktuelle Herausforderungen der Sprachförderung von Zuwanderern und Flüchtlingen und das hessische Gesamtsprachförderkonzept vor. „In Hessen verfügen wir seit vielen Jahren über ein über alle Jahrgangsstufen und Fächer hinweg abgestimmtes schulisches Angebot zur durchgängigen und intensiven Unterstützung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache. In der Verwirklichung des gemeinsamen Ziels der Verbesserung der Bildungschancen sind die beiden Stiftungen wertvolle Kooperationspartner, die mit ihren vielfältigen Projekten großartige Beiträge leisten.“
In Vorträgen stellten die Stiftungen ihre einzelnen Konzepte vor: Im „DeutschSommer“ der Stiftung Polytechnische Gesellschaft erhalten Schülerinnen und Schüler während der ersten Wochen der Sommerferien eine intensive Sprachförderung mit dem Ziel, Sprachverhalten und -verständnis der Kinder zu verbessern und sie so für die weitere Schullaufbahn zu wappnen.

Dazu sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt, Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt: „Die bestmögliche Vermittlung der deutschen Sprache ist Grundbedingung für den Bildungsaufstieg. Gute Sprachbeherrschung zu sichern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der auch die Zivilgesellschaft helfen muss und kann.“

Mit dem Projekt „Lesescouts“ der Stiftung Lesen besteht außerdem für Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen die Möglichkeit, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler für das Lesen zu begeistern und gleichzeitig vom gemeinsamen Lernen und der Interaktion zu profitieren. Darüber hinaus bietet die Stiftung mit ihren „Leseclubs“ Schülerinnen und Schüler außerhalb der Schule Treffpunkte zum gemeinsamen Lesen und Spielen. Kern eines Leseclubs sind die von Ehrenamtlichen durchgeführten Angebote, die mehrmals pro Woche zu festen Zeiten stattfinden und aus Vorlesestunden, Lesenächten oder Buchausstellungen bestehen.

„Im Kern geht es bei den Lesescouts und den Leseclubs darum, dass ältere Schüler ihre Lesebegeisterung an jüngere Klassenkameraden weitergeben – frei von jeglichem Leistungsdruck. Seit einigen Jahren nutzen wir diesen Rahmen aber auch, um die interkulturellen Kompetenzen der Jugendlichen zu schulen. So lernen sie, offen auf neu zugewanderte Mitschülerinnen und Mitschüler zuzugehen, gemeinsame Treffen zu organisieren und ihnen die Ankunft in ihrer neuen Umgebung zu erleichtern. Diese ‚Mitnahme‘ – das zeigen die Rückmeldungen der Lesescouts und Leseclubbesucher – ist ein voller Erfolg“, ergänzte die Kaufmännische Geschäftsführerin der Stiftung Lesen, Andrea Bartl.

Land Hessen und private Stiftungen ziehen an einem Strang

Von den einzelnen Projekten zeigte sich Kultusminister Lorz begeistert: „Was die beiden Stiftungen für unsere Schülerinnen und Schüler auf die Beine stellen, ist beeindruckend. Dass ihre Arbeit dabei besonders den neu angekommenen Kindern zugutekommt, ist ein Zeichen, dass sowohl öffentliche als auch private Einrichtungen die drängenden Fragen der Zeit erkannt haben und gemeinsam an einem Strang ziehen.“

In der abschließenden Podiumsdiskussion erörterte der Kultusminister gemeinsam mit Prof. Kaehlbrandt und Frau Bartl die gewonnenen Erkenntnisse öffentlich-privater Kooperation im Bildungsbereich und diskutierte über Lösungsstrategien für künftige Herausforderungen. Dazu sagte er zum Abschluss: „Große Herausforderungen sind nur gemeinsam zu bewältigen, angefangen von der Sprachförderung als wesentlicher Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe über die Verbesserung der Bildungschancen bis hin zur vollständigen Integration in unser Bildungs- und Wertesystem. Für die Unterstützung der Stiftungen danke ich allen Beteiligten herzlich und freue mich schon auf die sicherlich auch in Zukunft spannende Zusammenarbeit.“

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