Zwei Jahre Praxisbeirat zur Flüchtlingsbeschulung

Staatssekretär Lösel: „Ein Expertengremium, mit dem wir viel für unsere Schulen auf den Weg gebracht haben“

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Zwei Jahre Praxisbeirat zur Flüchtlingsbeschulung

Das Beherrschen der deutschen Sprache beeinflusst entscheidend den Erfolg von Kindern und Jugendlichen in Schule und Beruf und ist damit Voraussetzung für eine gelingende Integration. Alle Schülerinnen und Schüler müssen daher von Anfang an beim Spracherwerb unterstützt werden. Aus diesem Grund hat das Hessische Kultusministerium im Sommer 2016 den Praxisbeirat zur Flüchtlingsbeschulung eingerichtet, um die örtlichen Staatlichen Schulämter, Schulträger und die Schulgemeinden an der Herausforderung der schulischen Integration zu beteiligen und die landesweit reichhaltig vorhandene Expertise zu bündeln. „Uns war es von Anfang an wichtig, mit all den Akteuren vor Ort in den Schulen und der Verwaltung, die große Herausforderung der Flüchtlingsbeschulung gemeinsam zu meistern. Der Praxisbeirat hat uns dabei nicht nur wertvolle Rückmeldungen, sondern auch viele praxistaugliche Vorschläge mit auf den Weg gegeben. Die Entscheidung, ihn einzurichten, war goldrichtig!“, erklärte Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel.

Zwei Jahre nach der Gründung hat sich der Praxisbeirat heute im Rahmen der siebten Sitzung unter der Leitung des Staatssekretärs von der praktischen Umsetzung des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts an der Lindenschule in Kriftel überzeugt. Dabei konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unmittelbare Einblicke in die konkrete Unterrichtsarbeit eines Vorlaufkurses gewinnen und in den Dialog mit Schulleitung, Lehrkräften und ehemaligen Vorlaufkurskindern treten.

„Die Vorlaufkurse tragen wesentlich dazu bei, dass Zurückstellungen noch vor dem Schulbeginn aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse vermieden werden und die Kinder sprachlich adäquat auf die Anforderungen des Schulstarts vorbereitet werden“, so Lösel. Und der Bedarf wächst: Mehr als 125.000 Kinder aus über 100 Nationen haben seit der landesweiten Einführung – Hessen hat als erstes Bundesland flächendeckend eine vorschulische Sprachfördermaßnahme eingeführt – dieses Sprachförderangebot wahrgenommen.

Über 125.000 Kinder haben die Vorlaufkurse bereits durchlaufen

Entwicklung der teilnehmenden Kinder in den Vorlaufkursen

Seit 2014 hat Hessen mehr als 50.000 Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, die als Flüchtlinge oder Zuwanderer ohne Deutschkenntnisse ins Land gekommen sind, in schulische Intensivmaßnahmen aufgenommen. Nach einer erfolgreichen, teilintegrativen Intensivsprachförderung steht – sobald die Deutschkenntnisse ausreichen, um dem Unterricht sprachlich folgen zu können – der Übergang in schulische und außerschulische Anschlussmöglichkeiten an. Einen reibungslosen und begabungsgerechten Wechsel in den regulären Schulalltag oder in die berufliche Ausbildung bzw. einen Job zu ermöglichen, war einer der Gründungsgedanken des Praxisbeirates. Das bisher wichtigste Arbeitsergebnis ist der durch den Praxisbeirat angeregte „Schulische Integrationsplan“, der eine gezieltere Steuerung und Verteilung der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger, zusätzliche Ressourcen sowie ein umfangreiches Fortbildungs- und Beratungsprogramm für die Lehrkräfte vorsieht und damit die Integration und den schulischen Zusammenhalt der Schulgemeinden fördert.

Lösel bedankt sich bei den Mitgliedern des Praxisbeirates „für die in den vergangenen beiden Jahren geleistete Arbeit und die guten Ergebnisse. Die vielen positiven Beispiele und schulischen Erfolgserlebnisse sowie das Engagement unserer Schulen geben uns weiterhin eine große Zuversicht für das Gelingen der schulischen Integration.“

Hintergrund:

Der Praxisbeirat setzt sich u.a. aus Schulleitungen der unterschiedlichen Schulformen, Schulaufsichtsbeamten, Schulträgern aus dem städtischen und ländlichen Bereich, einem Vertreter des Landeselternbeirates und der Landesschülervertretung, einem Vertreter des Hauptpersonalrates und einem Vertreter der Hessischen Lehrkräfteakademie zusammen.

Kontakt Pressevertreter
Pressesprecher: Stefan Löwer
Telefon: +49 611 368 2006
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